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Demonstrieren als Volkssport: Warum Stuttgart 21 und der Castor Transport nerven?

Abgelegt unter Politik by Redaktion am 08. November 2010

Castor TransportBei manchen Zeitgenossen kann man sich die Frage stellen, warum Sie überhaupt auf die Straße gehen und demonstrieren? Aktuell werden die Demos zu Stuttgart 21 und dem Castor Transport nach Gorleben in den Medien breitgetreten. Doch sind die Demos überhaupt berechtigt und spiegeln sie tatsächlich die Meinung des Volkes wieder, oder sind sie nur ein willkommener Anlaß für einige Wenige, um sich gegen die böse Staatsmacht aufzulehnen?

Schaut man sich die Berichterstattung zu den beiden Themen Stuttgart 21 und Castor Transport an, zeigt sich ein ähnliches Bild. Je nach Zahlenquellen liegt die Zahl der Demonstranten bei 25.000 bis 50.000! Davon sind dann 2.000 bis 3.000 Leute, die eher fragwürde Aktionen, wie Schottern, Steinewerfen und Sitzblockaden veranstalten und die Polizei auf Trab halten. Genau von diesen 10% wird dann der Begriff „ungerechtfertigte Härte“ in den Raum geworfen, wenn Sie von der Polizei an der Ausübung ihrer Straftaten gehindert werden. Obwohl die heftigen Reaktionen bewusst seitens der Demonstranten provoziert werden.

Die Kosten für den Einsatz beim Castor Transport werden auf 25 Millionen Euro geschätzt. Wer soll das bezahlen? Natürlich die Steuerzahler, also alle die Arbeiten und keine Zeit zum Demonstrieren haben. Würde man die Kosten auf die im Schnitt 2.500 Randalierer abwälzen, dürfte jeder 10.000 Euro blechen und sich das nächste mal überlegen, ob er Steine aus einem Gleisbett entfernt, oder Steine auf die Polizei und ihre Fahrzeuge wirft.

Es wäre insgesamt auch mal schön zu wissen, wie die Mehrheit der Bevölkerung die Themen sieht. Denn 50.000 ergeben kein repräsentatives Bild. Beispiel Stuttgart 21: Dort monieren die Demonstranten die Geldverschwendung. Warum? 4 Milliarden Euro Baukosten fließen der regionalen Bauwirtschaft zu, d.h. schaffen Arbeitsplätze für viele Tausend Menschen. Da wäre es doch interessant zu wissen, wie viele S21-Gegner bei der Abwrackprämie (5 Milliarden Euro) die Hand aufgehalten haben?

Und auch bei der Atomkraft sollte man sich überlegen, wie man die Technologie verbessern kann, anstatt immer nur die negativen Aspekte zu sehen. Für viele ist Wind/Wasser/Solarkraft gleich umweltschonend und Atomkraft gleichgesetzt mit Umweltverschmutzung. Welche Technologie mehr Einfluss auf die Umwelt hat, sei mal dahingestellt. Zumal die Entsorgung von Solarpanels und Wechselrichtern auch irgendwie geregelt werden muss. Würde man zudem die Forschung im Bereich der Transmutation weiter ausbauen, wäre das Atommüllproblem in einigen Jahrzehnten wohl durchaus lösbar.

Aber leider gilt in Deutschland die Mentalität, dass man in Politik-, Wirtschafts- und Umweltfragen grundsätzlich dagegen ist, wenn es nicht ins Bild passt, und man leider eine zu eingeschränkte, kleinbürgerliche Sicht auf die Dinge hat. Mitnehmen was geht (Abwrackprämie, Solarzuschuss, Elternzeit) aber wehe man muss sich mit unbequemen Fragen auseinandersetzen, dann geht es gleich auf die Straße.

Frage an euch: Was haltet ihr von Stuttgart 21 und dem Castor Transport?

 

4 Kommentare zu 'Demonstrieren als Volkssport: Warum Stuttgart 21 und der Castor Transport nerven?'

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  1. buch leser sagte,

    am 08. November 2010 um 5:05 pm Uhr

    Jetzt wird es spassig. Ich bin mal auf die Bilder im TV gespannt. Ganze Herden von Schafen und Ziegen haben eine Straße nahe dem Zwischenlager blockiert. Am Nachmittag seien rund 2000 Schafe sowie 50 Ziegen auf die Landstraße zwischen Gorleben und Laase gelangt. Wenn die Polizisten die Schafe wegtragen, das wird sicher ein Erlebnis für uns als Zuschauer.


  2. am 09. November 2010 um 11:15 am Uhr

    Hallo zusammen,

    es gibt momentan schon einige volkswirtschaftliche Erhebungen, die mehr als deutlich zeigen, wie gewisse Leute das Wort „Stundenlohn“ für sich selbst berechnen.

    Überdies beobachte ich selbst seit etlichen Jahren derlei hoffnungsloses Unterfangen in Sachen Castor, denn wem nützt diese verschwendungsreiche Verzögerung?

    Tausende Polizisten müssen Dienst schieben und allein diese Kosten trägt der Steuerzahler. Andere immense Kosten addieren sich noch hinzu.

    Demonstrieren will also auch gelernt sein…. aufhalten konnte man die Transporte noch nie und abgeschafft werden sie wohl erst nach unser aller Ableben….

    lG
    Lutz

  3. Castor sagte,

    am 25. November 2010 um 11:11 pm Uhr

    Dazu kann ich ja nur das hier sagen: http://offtopicblog.de/castor-transporte-stoppt-die-proteste/

  4. Peter sagte,

    am 26. Dezember 2010 um 11:07 am Uhr

    Also zu argumentieren. dass quasi nur Arbeitslose demonstrieren, weil der „gute“ Bürger sein Tagwerk lieber durch harte Fronarbeit verrichtet, ist sicher falsch. Denn dann wären bei der Anhebung des Hartz IV-Satzes um lächerliche 5 € sicher Millionen ALG 2 Bezieher, die davon betroffen sind, zum demonstrieren auf die Straße gegangen. Ich bin sogar der Meinung, dass in diesem Land noch viel zu wenig demonstriert wird. Stuttgart 21 und Castor sind ein Anfang – aber es müsste noch viel mehr werden..




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